Im Folgenden sind zunächst Hinweise zu Struktur und Inhalt aufgeführt, die für den gesamten Fachbereich Natur, Mensch, Gesellschaft (1. - 3. Zyklus) gelten. Anschliessend sind die spezifischen Hinweise für die Fachbereiche im 3. Zyklus dargestellt.

Kompetenzbereiche und Kompetenzen wurden ausgehend von thematisch-inhaltlichen Gesichtspunkten gebildet und mit ausgewählten Denk-, Arbeits- und Handlungsweisen verbunden.

Der 1. und 2. Zyklus sind in zwölf Kompetenzbereiche eingeteilt. Die Kompetenzbereiche 1, 4, 5, 7, 10 und 11 orientieren sich an grundlegenden Fragestellungen, die uns als Menschen oder unsere soziale, kulturelle und natürliche Um- und Mitwelt betreffen. In diesen Kompetenzbereichen sind mehrere inhaltliche Perspektiven miteinander verknüpft. In den Kompetenzbereichen 2, 3, 6, 8, 9, und 12 sind grundlegende Ideen, Konzepte und Themen aus den inhaltlichen Perspektiven des Fachbereichs aufgenommen. Diese Kompetenzbereiche sind, ähnlich den Kompetenzbereichen im 3. Zyklus, stärker fachlich beziehungsweise disziplinär ausgerichtet.

Im 3. Zyklus werden die Kompetenzen aus dem 1. und 2. Zyklus in die fünf Fachbereiche Natur und Technik (NT), MINT, Hauswirtschaft (HW), Räume, Zeiten, Gesellschaften (RZG) und Ethik, Religionen, Gemeinschaft (ERG) weitergeführt und ausdifferenziert. In den Fachbereichslehrplänen (mit Ausnahme von MINT) wird dies mit Verweisen am Ende des Kompetenzaufbaus im 1. und 2. Zyklus beziehungsweise zu Beginn des Kompetenzaufbaus im 3. Zyklus sichtbar gemacht. Im Kanton Basel-Landschaft werden zudem die einzelnen Fächer ausgewiesen. Informationen und Lehrplanergänzungen zu den einzelnen Fächern können von der kantonalen Lehrplan Website (www.lehrplan-vs.bl.ch) abgerufen werden.

In Tabelle 1 ist die Weiterführung der Kompetenzbereiche des 1. und 2. Zyklus in den 3. Zyklus in der Mittelspalte aufgeführt.

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Im Kompetenzaufbau ist eine Lernabfolge mitgedacht. Diese Lernabfolge bildet nicht in jedem Fall eine zwingende Stufung ab, sondern folgt unterschiedlichen Progressionslogiken. Möglichkeiten sind:

  • zunehmende Schwierigkeit und Komplexität des Inhalts beziehungsweise der  Denk-, Arbeits- oder Handlungsweise: z.B. vom Erkennen und Beschreiben von Merkmalen in einem Lebensraum zum Analysieren und Strukturieren von Zusammenhängen;
  • zunehmende Breite und Menge: z.B. von Informationen oder von durchzuführenden Verfahren;
  • zunehmende Tiefe, Genauigkeit und Differenzierung: z.B. durch Verwendung entsprechender Begriffe, durch strukturiertes Erzählen;
  • zunehmende Verallgemeinerung und Abstraktion: z.B. vom Wahrnehmen und Erkennen eines Phänomens zur Erkenntnis von Gesetzmässigkeiten, vom Nahen, Vertrauten, Singulären zum Fremden, Fernen, Allgemeinen;
  • verschiedene Perspektiven: von der eigenen Sichtweise zur Betrachtung aus mehreren Perspektiven beziehungsweise zum Perspektivenwechsel;
  • zunehmende Selbstständigkeit: vom stark angeleiteten Lernen zum zu­neh­mend eigenständig und selbstverantworteten und -organisierten Lernen.

In den einer Kompetenz zugeordneten Stufenbeschreibungen können mehrere Progressionslogiken enthalten sein.

In den Kompetenzstufenbeschreibungen werden Präzisierungen verwendet. Sie sind folgendermassen zu lesen: Eine Aufzählung von Inhalten, die mit dem Symbol bezeichnet ist, bedeutet, dass die aufgezählten Inhalte verbindlich zu bearbeiten sind. Die Verwendung von z.B. bedeutet, dass die aufgezählten Inhalte eine Auswahl sind und der Illustration dienen. Die Lehrpersonen können aus den Beispielen auswählen oder andere Inhalte bearbeiten. (Siehe auch Überblick.)

In einzelnen, ausgewählten Kompetenzaufbauten sind keine Grundansprüche gesetzt. Bei diesen Aufbauten wird nicht vorausgesetzt, dass die Schülerinnen und Schüler im betreffenden Zyklus eine bestimmte Kompetenzstufe erreichen sollen. Sie müssen aber die Möglichkeit erhalten, an den Kompetenzstufen, die zum Auftrag des jeweiligen Zyklus gehören, zu arbeiten.

In einzelnen, ausgewählten Kompetenzaufbauten sind keine Orientierungspunkte festgelegt. Dies kommt immer dann vor, wenn der Aufbau von Kompetenzstufen schwer einem bestimmten Zeitpunkt zuzuordnen ist.

Eine leere Stufe am Anfang eines Kompetenzaufbaus bedeutet, dass mit der Arbeit an dieser Kompetenz nicht zu Beginn des 1. Zyklus begonnen wird.

Ein Orientierungspunkt in einer leeren Kompetenzstufe bedeutet, dass mit der Arbeit an den Kompetenzstufen ab Mitte des betreffenden Zyklus begonnen wird.

Die vier Handlungsaspekte - Die Welt wahrnehmen, Sich die Welt erschliessen, Sich in der Welt orientieren, In der Welt handeln - sind im konkreten Lernprozess nicht immer genau zu trennen, sondern gehen ineinander über und sind miteinander verbunden. Es ergeben sich dabei sinnvolle Zusammenhänge und zum Teil Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Handlungsaspekten. Voraussetzung für die Orientierung ist z.B. ein sachgemässes Erschliessen von Informationen oder die Analyse und Strukturierung entsprechender Sachverhalte. Die Reihenfolge bei der Zusammenstellung der Handlungsaspekte entspricht nicht einer Hierarchie oder einem vorgegebenen Muster für die Bearbeitung und Förderung im Unterricht.

Die Zusammenstellung der Denk-, Arbeits- und Handlungsweisen in Tabelle 2 dient dem besseren Verständnis der Handlungsaspekte und ist nicht abschliessend. Sie kann bei der Planung des Unterrichts und der Formulierung passender Aufgaben nützlich sein.

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Natur und Technik umfasst die klassischen Naturwissenschaften Physik, Chemie und Biologie sowie einen übergreifenden Bereich, der insbesondere die technischen Anwendungen der Naturwissenschaften und ihre Wechselwirkung mit der Lebenswelt beinhaltet. Entsprechend sind die Kompetenzbereiche angelegt: Neben naturwissenschaftlich übergreifenden Kompetenzen, welche das Wesen der Naturwissenschaften und die naturwissenschaftlich-technischen Arbeitsweisen beinhalten, sind Kompetenzen zum Aufbau rein disziplinärer Fähigkeiten und Fertigkeiten formuliert. Im Kompetenzaufbau von Natur und Technik spiegelt sich somit wider, dass die Naturwissenschaften als Einheit mit vielen Gemeinsamkeiten betrachtet werden, welche im Wesentlichen fächerübergreifend behandelt werden, ohne das Spezifische der einzelnen Disziplinen ausser Acht zu lassen.

Im Kanton Basel-Landschaft ist zu beachten, dass im 3. Zyklus die einzelnen Fächer (Biologie, Chemie, Physik) zusätzlich ausgewiesen werden. Informationen und Lehrplanergänzungen zu den einzelnen Fächern können von der kantonalen Lehrplan Website (www.lehrplan-vs.bl.ch) abgerufen werden.

Von Natur und Technik gibt es diverse Bezüge zu Hauswirtschaft (Ökosysteme, Stoffwechsel), Räume, Zeiten, Gesellschaften (Ökosysteme, Rohstoffe, Energie) und Ethik, Religionen, Gemeinschaft (Gesundheit, Sexualität, Weltsichten und Weltdeutungen). Darüber hinaus gibt es Bezüge zur Mathematik (Darstellen von Grössen, Interpretieren von Daten in Diagrammen), zu Textilem Gestalten und Technischem Gestalten (Nutzung, Einschätzung und Diskussion naturwissenschaftlich-technischer Erkenntnisse für technische Konstruktionen) und zu Musik (Akustik). In den Stufenbeschreibungen zu Natur und Technik sind davon nur die NT-spezifischen Anteile enthalten, so dass keine Dopplungen entstehen. Die entsprechenden Stellen sind mit Querverweisen gekennzeichnet.

MINT (3. Zyklus)

Das Fach MINT, welches im Kanton Basel-Landschaft im 3. Zyklus als Wahlpflichtfach angeboten wird, umfasst Themen der Mathematik, Informatik sowie Biologie, Chemie und Physik. Zusätzlich werden Kompetenzen der Fächer Bildnerisches, Textiles Gestalten und Technisches Gestalten, Berufliche Orientierung sowie Deutsch miteinbezogen. Es stehen Zusammenhänge von naturwissenschaftlich-technischen Problemstellungen im Zentrum.

Informationen und Lehrplanergänzungen können von der kantonalen Lehrplan Website (www.lehrplan-vs.bl.ch) abgerufen werden.

Die Kompetenzbereiche orientieren sich an den Anforderungen und Herausforderungen der alltäglichen Lebensführung und tragen somit zu deren Bewältigung bei.

Menschen leisten bezahlte und unbezahlte Arbeit. Sie sind als Erwerbstätige in unterschiedliche Arbeits- und Berufswelten eingebunden und verdienen Geld. Sie sind aufgefordert, im privaten Alltag die physische und psychische Regeneration für sich und andere sicherzustellen. Damit ist Arbeit sowohl für Wirtschaft wie Haushalt zentral. Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass alltägliche Lebensführung nicht auf Arbeiten im Haushalt beschränkt, sondern in vielfältiger Weise mit weiteren Lebensbereichen vernetzt ist. Sie setzen sich damit auseinander, dass Menschen Entscheidungen auf Märkten treffen, mit begrenzten Mitteln haushalten und dabei Nutzen, Kosten und Risiken abwägen. Sie realisieren, dass vieles selber entscheiden zu dürfen, eine Zunahme der Verantwortlichkeiten bedeutet und jeder Mensch aufgefordert ist, die Gestaltung seines Alltags mit den individuell verfügbaren materiellen, kulturellen, personalen und sozialen Ressourcen abzustimmen.

Diese Überlegungen sind im Lehrplan Hauswirtschaft in den folgenden fünf Kompetenzbereichen aufgenommen:

Der Kompetenzbereich Produktions- und Arbeitswelten erkunden (HW 1) greift die Bedeutung von Arbeit, die damit verbundenen Anforderungen für den Menschen und die Produktion von Gütern und Dienstleistungen auf. Im Kompetenzbereich Märkte und Handel verstehen über Geld nachdenken (HW 2) stehen die Prinzipien der Marktwirtschaft, die Bedeutung des Handels und der Umgang mit Geld im Vordergrund. Der Kompetenzbereich Konsum gestalten (HW 3) befasst sich mit den Einflüssen, Folgen von Konsum, sowie mit Konsumentscheidungen. Der Kompetenzbereich Ernährung und Gesundheit Zusammenhänge verstehen und reflektiert handeln (HW 4) greift die Thematik der Ernährung und Nahrungszubereitung auf, während im Kompetenzbereich Haushalten und Zusammenleben gestalten (HW 5) Aspekte und Herausforderungen der Alltagsgestaltung integriert sind.

Im Fachbereich bzw. im Fach Hauswirtschaft sind im Kompetenzbereich Produktions- und Arbeitswelten erkunden zwei Kompetenzen enthalten, die beim Bildungs- und Berufswahlprozess eine wichtige Grundlage darstellen. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der individuellen und gesellschaftlichen Bedeutung von Arbeit sowie mit Anforderungen und Gestaltungsspielräumen in Arbeitswelten auseinander. Der Kompetenzaufbau findet im Unterricht Hauswirtschaft statt. Eine Koordination zwischen der Lehrperson Hauswirtschaft und den Lehrpersonen, die den individuellen Bildungs- und Berufswahlprozess der Jugendlichen begleiten, ist notwendig. (Siehe auch Modullehrplan Berufliche Orientierung.)

Bezüge zu Natur und Technik (Ökosysteme, Stoffwechsel), zu Räume, Zeiten und Gesellschaften (Rohstoffe, Handel, Produktion, Veränderung von Arbeitswelten) und zu Ethik, Religionen, Gemeinschaft (Lebensweisen, Zusammenleben) sind mit entsprechenden Querverweisen gekennzeichnet. Fächerübergreifende Absprachen erleichtern die Zusammenarbeit und bereichern den Unterricht.

Geografie und Geschichte sind im Fachbereich Räume, Zeiten, Gesellschaften zusammengefasst. Die jeweiligen Fächer sind in je eigenen Kompetenzbereichen aufgeführt. Wo möglich, werden räumliche und zeitliche Perspektiven zueinander in Bezug gesetzt. Um mögliche Berührungspunkte der beiden Fächer zu verdeutlichen, wird im Anschluss an den Fachbereichslehrplan ein Planungsbeispiel aufgeführt.

Die geografischen Kompetenzbereiche sind so strukturiert, dass der erste Kompetenzbereich die naturgeografischen Aspekte beinhaltet und der zweite Kompetenzbereich die humangeografischen Schwerpunkte. Im dritten Kompetenzbereich werden die für den Geografieunterricht zentralen Mensch-Umwelt-Beziehungen zusammengeführt. Die ersten drei Kompetenzbereiche fokussieren somit eher inhaltliche Aspekte. Der vierte Kompetenzbereich beschreibt die vier Aspekte der Räumlichen Orientierung. Diese Kompetenzen müssen im Sinne von Querschnittelementen in jedes Themenfeld eingebunden bzw. zu jedem anderen Kompetenzbereich zugeordnet werden. Daher enthält der Kompetenzbereich auch keine Orientierungspunkte.

Die geschichtlichen Kompetenzbereiche spiegeln die gängige Aufteilung nach Schweizer Geschichte, Weltgeschichte, Politischer Bildung und Geschichtskultur. Der Kompetenzbereich zur Schweizer Geschichte ist nach Herrschaft, Wirtschaft und Kultur, derjenige zur Weltgeschichte entlang der Chronologie gegliedert. Im Kompetenzbereich zur Geschichtskultur werden je unterschiedliche Möglichkeiten und Wege aufgezeigt, wie geschichtliches Wissen vermittelt und Erkenntnisse erarbeitet werden können. Bei der Politischen Bildung stehen die Basiskonzepte Demokratie und Menschenrechte im Zentrum.

Die ersten drei geografischen Kompetenzbereiche werden im Unterricht in der Regel zu Themenfeldern zusammengefasst. Einerseits bedeutet dies, dass an einer Kompetenz mehrfach gearbeitet wird, andererseits deckt ein Themenfeld mehrere Kompetenzen auch aus unterschiedlichen Kompetenzbereichen ab.

Weil für geschichtliches Denken die Orientierung in der Zeit eine zentrale Grundlage bildet, geschieht die Themenauswahl zu den Kompetenzbereichen zur Schweizer Geschichte, zur Weltgeschichte und zur Politischen Bildung in erster Linie gemäss dem chronologischen Ordnungsprinzip. Parallel und ergänzend dazu werden Vergleiche ermöglicht, die die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen als historisches Strukturprinzip verdeutlichen. Im Kompetenzbereich Geschichtskultur analysieren und nutzen wird in der Regel nicht ein eigenes Thema gewählt, sondern die Entwicklung und Erarbeitung der hier festgelegten Kompetenzen geschieht bei denjenigen Themen der anderen Kompetenzbereiche, die sich dafür gerade anbieten. Dies verstärkt die Lebensweltorientierung des Unterrichts.

Aus geografischer Perspektive sind zahlreiche Bezüge zu Natur und Technik (Ökosysteme, Rohstoffe, Energie), zu Hauswirtschaft (Rohstoffe, Wirtschaftsgeografie, Handel, Produktion) und zu Ethik, Religionen, Gemeinschaft (Lebensweisen, Kulturen) möglich. Aus geschichtlicher Perspektive ergeben sich nebst andern Fachbereichen vor allem Berührungspunkte zu Ethik, Religionen, Gemeinschaft (Thematisierung von Traditionen, Lebensverhältnissen und Lebensweisen; Auseinandersetzung mit Werten, Normen und Weltsichten) und zu Hauswirtschaft (wirtschaftliche Veränderungen, Alltagsleben von Menschen zu verschiedenen Zeiten).

Im 3. Zyklus ist Ethik, Religionen, Gemeinschaft sowohl Fachbereich als auch Fach und wird in verschiedenen Kompetenzbereichen abgebildet, welche im Unterricht gleichwertig zu gewichten sind.

Die Kompetenzen zu Ethik sind in ERG 1 und ERG 2 aufgenommen. Bildung schliesst Raum zum eigenen Nachdenken und freien Austausch über Leben und Lebensführung ein. Ethische Reflexion kann Themen aus allen Fächern aufnehmen und  bereichern. Horizont und  Methoden der Philosophie tragen zum Klären und Vertiefen von Fragen und Problemstellungen bei.

In den Kompetenzbereichen ERG 3 und ERG 4 werden Religionen mit den entsprechenden Kompetenzen abgebildet. Religionen sind wie im 1. und 2. Zyklus auch im 3. Zyklus nicht enzyklopädisch zu behandeln. Elemente der Re­ligionen werden mit ihren Ursprüngen, in ihren lebensweltlichen Kontexten oder im Zu­sam­men­hang gesellschaftlicher Fragen und Debatten exemplarisch er­schlos­sen. Die Verteilung auf Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus und an­dere Religionen ist nicht festgelegt. Der Horizont der grossen Religionen der Welt sowie die aktuelle religiöse Landschaft der Schweiz müssen im Laufe des 3. Zyklus jedenfalls in den Blick kommen. Das Christentum in seiner konfessionellen und individuellen Vielgestaltigkeit ist mit grundlegenden Lehren und Vorstellungen, seiner Geschichte und kulturellen Wirkungen angemessen zu berücksichtigen.

Die Unterscheidung von Glauben und Wissen ist für die westliche Kultur eine zentrale Bildungsfrage. Die Kompetenz mit ihr umzugehen, heisst nicht sie abschliessend zu lösen, vielmehr die Spannung von Glauben und Wissen als von kulturell grundlegender Bedeutung für das Verständnis von Wissenschaft und Religion zu betrachten. Religionskunde kann dazu beitragen, diesen Perspektivenwechsel zu beachten.

Der Kompetenzbereich ERG 5 greift Gemeinschaft auf. Dieser Kompetenzbereich ist mit seinen lebenskundlichen Kompetenzen auf die Lernenden und die Klasse zu beziehen. Deshalb legt es sich nahe, dass die Klassenlehrperson für die Arbeit in diesem Kompetenzbereich zuständig ist.

Ethische Fragestellungen ergeben sich in allen Fächern (und Lebensbereichen) und erfordern fächerübergreifende Arbeit.

Fragen von Traditionen, Lebensverhältnissen und Lebensweisen berühren vor allem die  Fachbereiche Räume, Zeiten, Gesellschaften und Hauswirtschaft, aber auch Musik, Gestalten und Sprachen. Lebenskundliche Themen betreffen auch Kompetenzen und Inhalte der Fachbereiche Hauswirtschaft (z.B. Zusammenleben, Lebensformen, Lebensstile) und Natur und Technik (Gesundheit, Sexualität, Weltsichten und Weltdeutungen) sowie des Fachbereichs Sprachen (Kommunikation).